Plädoyer für mehr Moorschutz

Auf den ersten Blick erscheint ein aktiver Moorschutz für den Einzelnen mit hohem persönlichem Aufwand verbunden oder sogar unmöglich.

Dies ist jedoch nicht so, denn aktiver Moorschutz ist im Vergleich zu anderen Umweltschutzmaßnahmen sehr einfach umzusetzen. Und dies ohne finanziellen Mehraufwand oder Einschränkungen in der eigenen Lebensführung.

Wie das funktioniert?

Ganz einfach: mit den torffreien Erden von ökohum gärtnern. Torfeinsatz ist im Privatgarten völlig unnötig, auch für den professionellen Erwerbsgartenbau wächst unsere Auswahl an praxiserprobten Substraten ohne Torf ständig.

Helfen Sie mit, Sie als Berufsgärtner oder Hobbygärtner entscheiden mit Ihrer Kaufentscheidung letztendlich über das Schicksal der Moore.

Torf gehört ins Moor, ökohum zum Gärtner!

 "Wenn der Mensch die Moore in Frieden lässt, sind sie die einzigen Ökosysteme, die kontinuierlich und dauerhaft (!) Kohlenstoff in bedeutenden Mengen aufnehmen. Weltweit speichern sie bis zu 550 Milliarden Tonnen des Klimakillers – das sind 20 bis 30 Prozent des gesamten Bodenkohlenstoffs der Erde!“ (TU Magazin „Faszination Forschung 1/2007“)


In Jahrtausenden gewachsen, in wenigen Jahrzehnten zerstört

Das Wachsen unserer Moore auf der Nordhalbkugel begann vor etwa 10000 Jahren mit Ende der letzten Eiszeit. Moore sind Jahrtausende alt und gehören somit zu den ältesten Ökosystemen auf der Landfläche unserer Erde. Seit ihrem Entstehen haben sie der Erdatmosphäre beträchtliche Mengen an Kohlendioxid (CO2) entzogen und in ihre Torfsubstanz eingelagert, parallel wurde Sauerstoff (O2) freigesetzt und in unserer Luft angereichert. Die Torfschichten erreichen Mächtigkeiten von 5 Metern und mehr. Natürlich auftretende Klimaschwankungen konnten ihr Weiterwachsen nicht bremsen und es hält in gesunden Mooren weiterhin an.

Ein intaktes Moor braucht für sein Überleben eine permanente Wasserzufuhr, wasserstauende Bedingungen unter Luftabschluss und einen möglichst niedrigen Nährstoffeintrag. Ist auch nur eine dieser Voraussetzungen dauerhaft gestört, so beginnt das Moor zu sterben und sich selbst zu zersetzen. 

Während der Mensch Moore früher eher fürchtete als nutzte, wurde in Mitteleuropa vor etwa 200 Jahren begonnen, große Moorflächen durch Entwässerung für die Landwirtschaft urbar zu machen. Als es ab etwa 1950 schließlich gelang, aus Torf erfolgreich Blumenerden und Torfsubstrate für den Gartenbau herzustellen, war der industrielle Torfabbau mit seiner zerstörenden Kraft nicht mehr aufzuhalten. Was Jahrtausende wuchs, wird nun in wenigen Jahrzehnten vernichtet.


Klimawirksamkeit von Mooren, oder:
Wie der Sack Torferde zur Klimaerwärmung beiträgt

Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse lassen einen Moorschutz noch wichtiger erscheinen als ursprünglich angenommen. So fand man heraus, dass aus gestörten Moorflächen nicht nur das weltweit anerkannte Treibhausgas Kohlendioxid freigesetzt wird, sondern zusätzlich noch die wesentlich klimaschädlicheren Gase Methan (CH4) und Lachgas (N2O). Methan wirkt etwa um den Faktor 21  und Lachgas sogar um den Faktor 310 schädlicher auf unser Klima als CO2.

Nur ein gesundes Moor mit überwiegendem Bestand an Torfmoosen kann als klimaneutral und als wirksame Kohlendioxidsenke angesehen werden. Renaturierte Moore mit ihrer meist grasartigen Vegetation erreichen diesen Zustand nur selten und dann erst nach Jahrzehnten oder Jahrhunderten.


Moorzerstörung und Renaturierung

Die Moorzerstörung beginnt mit seiner Entwässerung. Der Wasserstand sinkt, Luftsauerstoff dringt tief in die Torfschicht ein, die Mikroorganismen-Flora ändert sich und beginnt, den Torf unter Zuhilfenahme von Luftsauerstoff zu zerstören. Gleichzeitig werden Nährstoffe freigesetzt und die ursprüngliche Moorvegetation ändert sich. Das Prinzip der Kohlenstoffspeicherung wird somit wieder umgekehrt. Der seit Jahrtausenden festgelegte Kohlenstoff wird nun als Treibhausgas wieder in die Atmosphäre freigesetzt.

Allein durch das Trockenfallen der Moorflächen wird ohne weiteres Zutun des Menschen in nur einem Jahr 20 Jahre Moorwachstum zerstört. Durch landwirtschaftliche Bodenbearbeitung und gartenbaulichen Torfabbau vergeht noch wesentlich mehr Torfmasse.

Zumindest in Deutschland werden durch den Torfabbau geschädigte Moore später „renaturiert“. Wunderschöne Teiche und mit Blumen bewachsene Feuchtgebiete entstehen auf diesem Wege. Diese Flächen sind schön anzusehen und im Hinblick auf ihre Biodiversität durchaus wertvoll, haben jedoch mit einem intakten Moor nicht viel gemein.

Die Erfahrungen bisheriger Moorwiederherstellungen sind ernüchternd. Bis jetzt ist das Ziel eines wachsenden Moores nur sehr selten erreicht worden. Eine fachgerechte Renaturierung ist also schwieriger, es uns die schönen Bilder renaturierter Flächen glauben machen.

Fachleute sprechen daher eher von einer Moor-Restaurierung als von einer Renaturierung.